Möge die Macht mit uns sein – wie Influenzer die Welt beeinflussen

Sie fotografieren, texten und posten bis Smartphone und Follower heiß laufen: die Rede ist von dem zurzeit begehrtesten Digitaljob schlechthin: der Arbeit als Influenzer. Was sie sagen, denken und schreiben, erreicht oftmals ein Millionenpublikum, welches neue Fashion Halls, Fitness Gadgets und Beauty Tipps zu jeder Zeit an jedem Ort konsumieren kann. Durch Kommunikation auf Augenhöhe gewinnen viele Blogger die Sympathie der jeweiligen Zielgruppe, die sich wiederum mit der Person vor der Kamera identifizieren. Wo früher solches als netter Zeitvertreib ausreichte, der just for Fun betrieben wurde, stecken heute ausgetüftelte Werbe-und Marketingstrategien dahinter. Gerade Unternehmen haben die Möglichkeit entdeckt, durch Influenzer ihre Präsenz beim Endkunden essentiell zu stärken, indem sie diesen entsprechende Produkte und Dienstleistungen testen und vermarkten lassen.

 wie Influenzer die Welt beeinflussen

Bild: Pixabay/Kschneider2991

Spiel, Satz und Sieg – Pulver, Shakes und Riegel sind stark im Trend

Es gibt sie in allen Geschmacks-, Farb-und Formvariationen, für den Muskelauf-und Fettabbau. Eiweiß zum Trinken, als Nahrungsergänzungsmittel oder als Snack in Riegelform für zwischendurch – das Fitnessgeschäft boomt zurzeit und daran sind viele Influenzer im Sportbusiness ganz und gar nicht unbeteiligt.
Einer davon, der sein Handwerk versteht, ist Fitness-YouTuber Julian Zietlow. Als studierter Fitness-Ökonom und ausgebildeter Personal Trainer mit selbstgegründeter Supplemente -und Bekleidungsbrand, versorgt er seine knapp 200.000 Follower auf Facebook, Instagram und YouTube regelmäßig mit den neuesten Trends und Tipps zu Trainingseinheiten, Ernährungsvarianten und Fitnessgadgets. Einen Namen konnte sich der aktive 33-Jährige bereits 2013 auf dem Markt machen, als er seine beiden Online-Sportprogramme „10 Wochenprogramm“ für Männer und „Size Zero“ für Frauen herausbrachte. Dies steigerte seinen Bekanntheitsgrad in der Szene stark, sodass er heute zur oberen Riege der Fitness-Influenzer zählt.
Als genauso erfolgreich kann sich zurzeit Rocka Nutrition bezeichnen. Das Food-Startup fährt, was seine Produktpalette betrifft, einen ganzheitlichen Ansatz: Supplemente, Workoutbooster, ein integrierter Blog sowie eine gute Beratung und eigens designte Fashion runden das Profil ab.

#Politikoftheday – der Einfluss der Raute im Bundestag

Der mediale Einfluss von Bloggern und ihren Posts macht auch vor der Politik nicht halt. So steht auch die CDU samt Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Thema offen gegenüber. Bereits im Jahr 2015 hatte sie einem persönlichen Interview mit YouTuber LeFloid zugestimmt. Kurz vor der Bundestagswahl 2017 wiederholte sie dies und stellte sich weiteren vier Influenzern ihren Fragen. Überhaupt bildet die Zusammenarbeit von Bloggern und Politikern ein gutes Omen, denn so kommt auch die jüngere Zielgruppe mit dem aktuellen Weltgeschehen in Verbindung und kann für politisches Handeln Interesse entwickeln. Politisch gesehen also eine tolle Spielwiese mit viel Potenzial.

Zusammen trainieren und ausprobieren: die Masse macht’s

FIBO steht nicht, wie manche vielleicht gerade denken für Fitness Boom, auch wenn es aus aktuellem Anlass mehr als zutreffend wäre. Die größte „Fitness und Bodybuilding-Messe“ gastiert wie jedes Jahr seit 1985 in Köln und ist mit jährlich rund 700 Ausstellern und über 116.000 Besuchern die weltweit größte Fachmesse für Fitness, Wellness und Gesundheit. Kein Wunder also, dass sich Influenzer dieses Parkett auf Fachpresse und Fans nicht entgehen lassen, ist es doch eine starke Gelegenheit, durch eigenen Video-, Aktions-, oder Gewinnspiel-Content mit den richtigen Hashtags die eigene Follower-Zahl weiter zu steigern und neue Kooperationspartner hinzuzugewinnen.

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Bild/Influenzer/Pixabay

Das Geschäft mit den Likes: clevere Werbung unter dem Deckmantel bunter Bilderwelten

Dass Influenzer ein effektives, reichweitenstarkes Marketinginstrument sind, haben nicht nur Unternehmen längst für sich erkannt. Im Bundestag beschäftigt man sich ebenfalls aus unterschiedlichen Perspektiven schon länger damit. Da es sich bei der stärksten Zielgruppe um Kinder und Jugendliche handelt, die oftmals auf den ersten Blick zwischen Werbung und eigener Meinung nicht unterscheiden können, sollen die Gesetze bezüglich Internetwerbung konkreter werden. Gibt es nämlich für die öffentliche Promotion eines Produktes eine Gegenleistung, sind Influenzer im Gegenzug dazu verpflichtet, ihren bezahlten Inhalt auch als Werbung gegenüber ihrer Konsumenten deutlich zu machen. Dies geschieht im Sinne von Hashtags wie #werbung oder #sponsored, die zudem der Übersicht halber ganz am Anfang des Posts stehen müssen. Verstoßen Blogger gegen dieses Wettbewerbsrecht, betreiben also Schleichwerbung, drohen Abmahnungen und Sanktionen im vierstelligen Bereich, die sich laut Landesmedienanstalten auf bis zu 50.000 Euro belaufen können.